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Rede zur Eröffnung GERECHTIGKEIT 2011

 Liebe Kunstfreunde! ww-rede2011

Sehr geehrter Herr Brand von der Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln

Lieber Matthias Ebecke, der Leiter des Kulturausschusses, heute hier als Vertreter der Stadt Leichlingen

Wir heißen Sie/Euch alle recht herzlich willkommen!

Gerechtigkeit heißt dieses Jahr das Thema der Ausstellung im SinnesWald.
Die Gerechtigkeit wird weltweit als Grundnorm menschlichen Zusammenlebens betrachtet.Für uns, die wir das Glück haben, in diesem demokratischen Rechtsstaat zu leben, manifestiert sich diese Norm im Grundgesetz.

Artikel 1 Abs 2 lautet:

„Das deutsche Volk bekennt sich ….. zu  unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt."

Die Verfassung ist die Basis, von der sämtliche Rechtssätze dieses Staates abgeleitet werden.

So haben z.B. die Bundesländer ihrerseits eine eigene Verfassung, die die Angelegenheiten ihres Zuständigkeitsbereichs regelt.

So heißt es z.B. in Artikel 18 der NRW-Verfassung: “Kultur, Kunst und Wissenschaft sind durch Land und Gemeinden zu fördern.“

Wie steht es hier mit der Gerechtigkeit? – ??

Was ist gerecht - und was ist ungerecht?

Die Frage nach der Natur der Gerechtigkeit ist seit der griechischen Antike Gegenstand tiefsinniger Erörterungen. Alle großen Philosophen haben sich seitdem mit diesem fundamental wichtigen Thema beschäftigt.

Da die Frage der Gerechtigkeit in allen Lebensbereichen relevant ist, befassen sich auch Soziologen, Ökonomen, Psychologen, Naturwissenschaftler, Theologen und auch Politiker (!?) mit diesem Thema.

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es eine empirische Gerechtigkeitsforschung, die z.B. untersucht:

Was sind die sozialen Folgen einer wahrgenommenen Ungerechtigkeit?“

Über 80 Künstler haben sich in diesem Jahr Gedanken zum Thema Gerechtigkeit gemacht.

Einige stöhnten, es wäre eine schwierige Aufgabe.

Herausgekommen ist eine spannende Vielfalt. 

Ein paar Beispiele:

Der bildliche Inbegriff der Gerechtigkeit ist Justitia, die römische Göttin.

Sie soll mit verbundenen Augen, also ohne Ansehen der Person, Recht sprechen. Tut sie das? -

Die Künstler haben ihre Zweifel:

Da wird sie mit langer Nase zur schönen Lügnerin - an anderem Ort hat sie die schwarze Binde abgenommen und ist entsetzt, was sie sieht.

Woanders ist sie den Verführungen ausgesetzt – oder sie schläft im Wald unter einer Paragrafendecke den Schlaf der Gerechten.

Viele Aspekte wurden beleuchtet :

Ein Künstler fragt: Warum dürfen ein paar Leute zu viel haben und viele andere gar nichts?

Ein Sioux-Indianer erinnert an das Unrecht, das den Indianerstämmen bei der Besiedlung Amerikas durch die Weißen widerfuhr.

An den Wänden der Höhle sind die Gottheiten der Gerechtigkeit abgebildet.

Einen friedlichen Eindruck machen Marabu und Geier. Ganz gegen die Gepflogenheiten, teilen sie sich eine Torte.

Die Ratgeberfigur mit der befriedenden Hand verheißt:

Zu allen Zeiten gab es Menschen, durch deren achtsame Rede Ratsuchenden Gerechtigkeit widerfuhr.

Es wird die Diskriminierung der Frauen im Beruf auf dem Weg nach oben angeprangert.

Und oben im Wald steht das goldene Kalb.

Viele kennen die Geschichte von Michael Kohlhaas. Am Ende bekommt er Gerichtsbarkeit…

Es gibt auch den personifizierten Richter. Ich zitiere die Künstlerin:

„Eine schillernde Front hat dieser Richter, denn schillernd ist sein Beruf, wenn man ihn im Laufe der Zeit betrachtet.

Spricht er wirklich Recht, oder ist er der herrschenden Macht gefällig?

In jedem Falle richtet er Menschen:

In der selbstgerechten Haltung eines Königs mit glänzender Krone, den üppigen Mantel, der die Hände versteckt, triumphierend um sich geworfen, blickt er stolzen Hauptes nach vorne.

Seine dunkle Seite, gebückt unter der Kapuze wie unter einer Kutte, lässt viele Deutungen zu:

Bedenkt er sein Urteil?

Bedenkt er dessen Folgen?

Oder verbirgt er sich vor den Gerichteten?

Die jüngste Künstlerin dieser Ausstellung ist Wilma Eilders, 9 Jahre alt.

Sie wünscht sich eine gesunde Erde und sagt: „Wir sollten ihr danken, indem wir sie sauber halten und sie gerecht behandeln“.

Mehr möchte ich nicht verraten.

Wir empfehlen, die Texte auf den dazugehörigen Schildern zu lesen. 

Der „Förderverein SinnesWald“ wird auch in diesem Jahr wieder das beliebteste Kunstwerk dieser Ausstellung prämieren.

Sie / Ihr, die Besucher, trefft die Auswahl !!!!

Stimm-Zettel dazu befinden sich im Briefkasten am Haupt-Eingang des SinnesWaldes.

Letztes Jahr erhielt Winfried Gille den SinnesWaldBesucherPreis für seinen Blutfluss im kleinen Steinbruch.

der 2. Preis ging an Birgit Reinhardt für ihre Sahneblüten, und den 3. Preis erhielt die Gruppe um Gabriele Moritz für ihren Mosaik-Tisch.                    

Wir wünschen allen Besucherinnen und Besuchern eine beschauliche Reise durch die vielfältige Welt der Gerechtigkeit.

Nun möchten wir uns noch bedanken :

Mit dieser Ausstellung werden wir alle von den Künstlern wieder reich beschenkt.

Viel Geist, Energie, Zeit und auch Material hat jeder aufgewandt, bis sein Werk hier präsent ist.

Es ist uns ein großes Anliegen, das hohe Maß an Idealismus von Euch Künstlern allen bewusst zu machen und zu würdigen.

Wir danken Euch herzlich - auch im Namen der Besucher.

Danken möchten wir auch :

  • der Leichlingen-Stiftung der Kreissparkasse Köln, im Namen der Künstler, für die finanzielle Unterstützung, die wir wieder an die Künstler ausschütten werden
  • dem Kulturamt der Stadt Leichlingen für die gute Zusammenarbeit
  • danken möchten wir auch allen, die uns auf dem Weg zum heutigen Fest tatkräftig und ehrenamtlich unterstützt haben
  • und all jenen, die durch ihren Beitritt zum Förderverein die Basis des SinnesWaldes stärken                                  
  • und Danke für das Kommen heute an diesem herrlichen Tag !!!

Im Anschluß möchten wir alle beteiligten Künstler bitten, hier nach oben zu kommen, damit wir ein Gruppenfoto machen können!

Gruppenbild2011