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Rede zur Nachhaltigkeit


5. Mai 2013 Eröffnung der Ausstellung NACHHALTIGKEITW.Braun, W.Brudes und E.Loh-Bachmann bei der Eröffnung SinnesWald 2013


Liebe Kunstfreunde !

Wir heißen Sie/Euch alle recht herzlich willkommen!

Die Eröffnung der Ausstellung heute ist ein besonderes Fest:
Wir feiern 20 Jahre SinnesWald.

Dieses Fest wird umrahmt durch Tänze zu den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde, Luft -
von Kindern der Tanzwerkstatt Trixi Schüttler aus Leichlingen.
Danke und Applaus !

20 Jahre, das ist schon ganz schön nachhaltig.
Deshalb das Thema dieses Jahr.
Der Begriff stammt - wie vielen bekannt - aus der Forstwirtschaft:
“Verbrauche nicht mehr Holz als nachwächst.“

Diese Maxime lässt sich auf Vieles übertragen, im positiven wie im negativen Sinne -
wie 80 Künstler in dieser Ausstellung mit ihren phantasievollen Arbeiten zum Ausdruck bringen.

„Kunst zeigt das Bild der Welt, in der wir leben,“ meint Picasso.Eine treffende Beschreibung dieser Ausstellung, wie wir meinen.

Alles hat einen Anfang.
Das gilt natürlich auch für den SinnesWald.
Wir mussten auf der Wiese eine große Weide fällen.
Und weil Weidenholz ein gutes Schnitzholz ist, suchten wir Künstler, die daraus was Schönes machten.
Daraus entstand 1993 die erste Ausstellung.
Und so entwickelte es sich immer weiter ...

Nun bedanken wir uns noch:
Bei den Künstlerinnen und Künstlern, die je mitgemacht haben;
Bei der Leichlingen-Stiftung der KsK Köln für die finanzielle Unterstützung der ausstellenden Künstler.
Bei allen, die uns auf dem Weg begleitet und tatkräftig unterstützt haben.
Bei all jenen, die durch ihre Mitgliedschaft im Förderverein die Basis des SinnesWaldes stärken.
Bei allen Kuchenbäckern für die kulinarischen Genüsse heute
und Ihnen, liebe Gäste, danken wir für Ihr Kommen !!!
Tanz bei der Eröffnungsveranstaltung zu Nachhaltigkeit

Ankündigung von Herrn Reul

Wie gesagt - Alles begann 1993.
Wenn ich in die Runde schaue, sehe ich viele Gesichter der 1. Stunde.

Herr Bürgermeister Reul hatte damals die 1. Ausstellung
mit großer Begeisterung eröffnet.

Sehr geehrter Herr Reul –
Wir freuen uns sehr, dass Sie auch heute dabei sind –
und auch ein paar Worte sagen.



Ankündigung von Ellen Loh-Bachmann:

Stellvertretend für alle Künstler wird nun Ellen Loh-Bachmann
ein paar Worte sagen.
SinnesWald / 05. Mai 2013 / Eloba / Ellen Loh-Bachmann, Leverkusen


Die Geschichte der alten Spinnerei ist umfangreich. Unterschiedliche Nutzungen sind bekannt von der Harnisch-Poliererei, über Schalenschneiderei, Drahtzieherei, Prothesenfabrik und – Woll-Spinnerei. Der Beginn war eine Wassermühle aus Bruchstein, deren Ursprung bis ins 14. Jahrhundert zurück verfolgbar ist.

So weit will ich nicht gehen, eher .... vielleicht noch ein bisschen weiter – bis zur Schöpfung, denn das Buch Mose wird hier auf diesem Fleckchen Erde neu geschrieben: Überall herrschte ein Tohuwabohu, Chaos, Ödnis. Wüst und leer? Wer weiß. Jedenfalls gab es plötzlich Adam und Eva, in unserem Buch heißen sie Wicze und Wolfgang, die 50.000 m² Grund in ein Paradies verwandelten, in eine Kulturlandschaft, die inzwischen weit über die Grenzen Leichlingens hinaus bekannt ist.

In 7 Tagen haben sie das wohl nicht geschafft, denn vieles musste mit eigener Hände Arbeit geordnet werden. Der See, der Wald, die Wiese – „Das Ideal einer Wiese ist diese“ sprach ein geistreicher Besucher, was Wicze und Wolfgang als begeisterte Kunstliebhaber, dazu inspirierte, Grund und Boden in einen Skulpturenpark zu verwandeln und dieses Thema „Das Ideal einer Wiese ist diese“ als erstes künstlerisches Jahresthema in der Geschichte des SinnesWaldes auszugeben. Es werde Licht und es ward Licht, der SinnesWald war geschaffen!!!

Ein Garten Eden für Kunstschaffende und natürlich auch für Sie, die Besucher, die nicht nur mit Bildender Kunst, sondern auch mit Konzerten, Lesungen, Schauspiel und vielem anderen verwöhnt werden. Jedes Jahr wird ein neues Thema ausgegeben, um das sich die Veranstaltungen ranken. Waren es bis dahin Themen paradiesischer Natur, hielt 2002 erstmals ein politisches Thema Einzug in den SinnesWald. Nine-Eleven: Die Terroranschläge auf wichtige zivile und militärische Gebäude in den Vereinigten Staaten von Amerika am 11. September 2001, die vielen Toten und unschuldig Betroffenen veranlassten Wicze und Wolfgang, das Thema “Krieg und Frieden” aufzustellen.

Und genau hier, in der Auswahl der jährlichen Thematik zeigt sich, was die beiden bewegt, zeigt sich ihr soziales Engagement, ihr politisches Interesse, ihr Kampf gegen den Einsatz von Kriegswaffen, ihr Gefühl für die Menschen und ihr Wunsch nach Frieden in der Welt. Also war „Frieden“ 2003 das Jahresthema. Es folgte „Freundschaft“, diese positive Empfindung, die Menschen verbindet, die auf Zuneigung, Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung beruht. Kommst du zu Wicze und Wolfgang, hast du immer das Gefühl, als guter Freund willkommen zu sein. Im übertragenen Sinn bedeutet „Freundschaft“ auch ein gutes, oft vertraglich geregeltes politisches Verhältnis zwischen Völkern und Nationen, zum Beispiel die deutsch - französische Freundschaft. 2004 stand im Zeichen der 40jährigen Freundschaft zwischen Leichlingen und der Partnerstadt Marly-le-Roi; Braun + Brudes engagieren sich im Vorstand des entsprechenden Freundeskreises.

2005 das Lachen! Und das, obwohl in der klassischen Kunst das Lachen im Werk vermieden wurde, abgesehen von den wenigen Ausnahmen wie das berühmte Lächeln von da Vincis Mona Lisa oder die lachenden Modelle in den Bildern von Franz Hals. Und „nur“ weil es sich um ein vorübergehendes Gefühl handelt..? Nicht bei Wicze und Wolfgang, die immer ein Lachen parat haben, ein Lächeln auf den Lippen, immer ein offenes Ohr für ihre Künstler. Wo Endorphine auf den Bäumen wachsen, da lacht die Kunst im SinnesWald. Apropo, wenn ein Mensch lacht, werden im Gesicht 17 Muskeln tätig, am ganzen Körper sogar 80 Muskeln. Die magische Zahl 2013, da 80 Künstler und Künstlerinnen ihre Kunst zeigen! Können. Dürfen. Denn jeder Künstler ist hier im SinnesWald ohne Jurierung willkommen. Ein Paradebeispiel für „Geben und Nehmen“! Thema 2007.
2008 dann, der Zeitgeist. Denk- und Fühlweise eines Zeitalters. Die Künstler verzweifeln. Was ist das denn für ein Thema? Wie so oft verzweifelte Anrufe und Fragen an Wicze und Wolfgang. „Wie kommt ihr nur auf solch ein Thema?“ Sicherlich war hier Johann Wolfgang von Goethe der Vater des Gedankens, der den Geist der Zeiten so umschreibt:

„Was ihr den Geist der Zeiten heißt,
Das ist im Grund der Herren eigner Geist,
In dem die Zeiten sich bespiegeln.“

Leichter machte es Goethe damit nicht, zeigt aber eine weitere Seite der beiden Kulturförderer, ihre Affinität zur Literatur.

Und schon sind wir im letzten Viertel der magischen 20 Jahre SinnesWald und hier komme ich ins Spiel. Im Jahr der Mythen begann ich meine Arbeit in der Höhle im kleinen Steinbruch und wurde als „Neuling“ von Wicze und Wolfgang ganz besonders betreut, eine Lebenslage, die jedem SinnesWald- Kulturschaffenden irgendwann zu teil wird.

Die Jahrestitel Torheit -2010- und Gerechtigkeit –2011- spiegeln das Innenleben unserer Protagonisten wider - von Kunst, Literatur, Politik, über den gesamten Lebensumfang, die Gradwanderung zwischen Humor und Ernst des Lebens, ohne dessen Sklave zu werden. Nach Gottfried Keller: ...und kehret die Torheit der Schlechten um in die Weisheit der Gerechten.

Alt ist die Spinnerei im SinnesWald! Über 150 Jahre! Aber gesponnen wird hier mehr denn je. Verrückt! Mit Verlaub gesagt: Irgendwo, irgendwie haben wir Künstler und Förderer alle eine Meise. Allen voran Wicze und Wolfgang – die größten Spinner in der Spinnerei Braun+Brudes, die mit großem Elan und unglaublicher Schaffenskraft Kulturförderung auf allen Ebenen betreiben. Selbst unser Bundespräsident Joachim Gauck - Wicze und Wolfgang waren ins Schloss Bellevue eingeladen – konnte der Überzeugungskraft der beiden aus dem SinnesWald nicht widerstehen; ich bin mir sicher, demnächst erhält der SinnesWald hohen Besuch. Eine Auszeichnung, die die Idealisten –Thema 2012 – in Sachen Kunst und Kultur ohne Zweifel verdient haben.

In fünf Minuten sind sie jetzt verflogen – die 20 Jahre SinnesWald!!! Geschaffen von Wicze Braun und Wolfgang Brudes. Kulturförderung ist ihnen Herzenssache, ist ihr Markenzeichen! Auch äußerlich erkennbar, je nach Wetterlage Wicze in schwarz-rot oder rot-weiß gekleidet, Wolfgang mit Hut und Fliege! Bleibt so wie ihr seid!!! Und lasst das mit dem Baum der Erkenntnis und der Schlange. Esst lieber eure eigenen Äpfel, auf dass das Paradies im SinnesWald erhalten bleibe.

Wir, die 80 Künstler und Künstlerinnen der diesjährigen Session „Nachhaltigkeit“, danken euch von ganzem Herzen für eure Arbeit in Sachen Kulturförderung und Kunst!!! Und hoffen auf weitere 20 Jahre oder besser mehr.

Wicze, Wolfgang - Tausend Dank euch beiden für alles!!!
80 SinnesWald - Künstler 2013
Eloba


Nun spricht noch Matthias Ebecke ein paar Worte.
Er ist der Leiter des Kulturausschusses der Stadt Leichlingen.

Der Elefant und der Maulwurf von den Brüdern Grimm -
Eines Tages spielte der Elefant mit einem Maulwurf. Auch wenn es witzig klingt, waren sie trotzdem Freunde. Sie wollten ein Wettrennen machen natürlich gewann der Elefant, wie soll so ein kleines Tier gegen ein so großes Tier gewinnen. Weil ein Elefant macht riesen Schritte. Sie liefen genau sieben Mal und immer gewann der Elefant. Der Maulwurf fing dann auch noch an zu weinen , ich verliere immer das ist nicht lustig. Dann kam der Maulwurf auf eine Idee, machen wir doch einen Wettkampf! Der Elefant fragte welchen denn? Wer schneller unter der Erde ist. Natürlich gewann dabei der Maulwurf, der ist doch beim buddeln ein Weltmeister. Der Elefant schafte nicht mal einen Schritt in das Loch hinein er war zu groß, und auch zu dick dafür. Also wollte der Elefant nicht mehr weiter machen. Der Maulwurf lachte und der Elefant weinte. "Das ist unfair!" sagte er du bist viel kleiner als ich. Darauf antwortete der Maulwurf:" Du gewinnst doch immer beim Laufen."" Na und!" ,antwortete er ;"Ich kann mich jetzt vor meinen Eltern blamieren." Also begannen die beiden Schimpfwörter auf einander zu werfen und sie kammen danach beide weinend nach Hause. Das ist doch unfair sagte der Maulwurf zu seiner Mutter. Er kann einfach nicht verlieren und jetzt weint er wegen mir. Die Mutter sagte der Streit geht schon noch zu Ende. Am nächsten Morgen trafen sich die beiden beim Brunnen, und endschultigten sich wegen gestern noch Mal. Also wurden sie wieder Freunde. Und dann sagten sie gemeinsam :"Wir sind alle gleich gut."" Wieso?", fragte der Maulwurf? Weil du beim buddeln gewonnen hast und ich beim laufen. Also lebten sie glücklich bis sie starben und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute.

Liebe Wicze, lieber Wolfgang,
liebe Künstlerinnen und Künstler,
liebe Maulwürfe,
meine sehr geehrten Damen und Herren!

Warum habe ich Ihnen diese kleine Geschichte vorgelesen?
Natürlich deshalb, weil es im Sinneswald von Maulwürfen nur so wimmelt. Und weil es dort zu fast jeder Zeit die abenteuerlichsten Dinge zu entdecken gibt: Phantasiebäume, Sonnenringe, Holzmenschen oder garTraubenköpfe. Nur der große, afrikanische Elefant zeigt sich seltener – manchmal kann man ihn in den Sommerabenden sehen, wie er mit seinem Rüssel das kühle Nass des Murbachs genüßlich aufsaugt. Wolfgang behauptet, nur er darf ihn reiten und nur dann, wenn er (der Elefant!) seinen (Wolfgangs!) Hut aufhat.

Warum noch diese Geschichte?
Weil sie von Passionen, Leidenschaften und Können erzählt. Und was liegt da näher, als nicht an die Leidenschaften und das Können von Wicze Braun und Wolfgang Brudes zu denken? Die sich nun im 20. Jahre dieser großen, wechselnden Freilicht-Ausstellung verschrieben haben und dabei Kunst und Kultur fördern, fordern, atmen und leben? Das alles unermüdlich, mit großen Händen und Taten, bescheiden und blind für Böswilligkeiten. Es drängt sich deshalb das Bild des kleinen Maulwurf-Pärchens auf, das klug aus der Spinnerei und dem verschlafenenen und verträumten Leichlingen heraus, bedeutende Themen wie z.B. Gerechtigkeit, Idealismus oder menschliche Torheiten mit der Kraft des Elefanten geradezu in die Welt hinausschleudert.
Heute unter der Überschrift „Nachhaltigkeit“. Viele Künstlerinnen und Künstler sind eurem Ruf gefolgt, wollen zum Nachdenken anregen, bewahren und eine Zukunft möglich machen, mit dem, was uns allen wichtig ist. Der Autor des Werks „Der kleine Prinz“, Antoine de Saint-Exupéry, soll einmal gesagt haben: „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast“. Ich denke, damit hat er den Kern dessen beschrieben, was mit „Nachhaltigkeit“ gemeint ist.

Liebe Wizce, lieber Wolfgang! Zu eurem 20. jährigen Jubiläum gratuliere ich euch als Vorsitzender des Kulturausschusses und im Namen der Stadt Leichlingen von Herzen. Wir sind froh, dass wir euch haben und hoffen, dass das noch lange so bleibt.

Man kann ihn von überall sehen – ob aus Köln oder aus Düsseldorf: euren riesigen Maulwurfhügel aus Kunst, der NACHHALTIG Eindruck macht...

Ich komme zum Schluss:

Der „Förderverein SinnesWald“ prämiert wieder das beliebteste Kunstwerk.

Sie / Ihr – alle Besucher – können ihr Lieblingskunstwerk wählen!
Stimm-Zettel dazu befinden sich im Briefkasten am Haupt-Eingang des SinnesWaldes – und heute am Stand des Fördervereins bei der Spinnerei.

Dort gibt es außerdem die Verlosung eines Kunstwerks:
Ellen Loh-Bachmann stiftet dazu ihr Höhlenbuch „Felsen und ihre Bilder“ und eine Druckgrafik mit einem der Bilder aus der Höhle:
wunderschön!
Dafür gibt es einen Los-Verkaufs-Stand im Hof der Spinnerei: Dort kann man das Kunstwerk besichtigen und Lose erwerben.
Der Erlös soll dem Förderverein SinnesWald zugute kommen. Also, kommt und kauft Lose zu 2 € !

Unser Beitrag zur Nachhaltigkeit ist ein Flohmakt-Stand an der Spinnerei.

Wir wünschen nun viel Freude beim Rundgang!

Jetzt möchten wir alle beteiligten Künstler bitten, hier nach oben zu kommen, damit wir ein Gruppenfoto machen können!

beteiligte Künstler 2013

Fotos: © Timo Frost