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Rede zur Eröffnung TORHEITEN 2010

Torheiten sind große Fehler, die begangen werden, obgleich Weitsichtige davor gewarnt haben.
Torheiten gibt es auf allen Ebenen.

Das hervorragende Buch von Barbara Tuchmann: „Die Torheit der Regierenden, von Troja bis Vietnam“ könnte auch heißen: „Die Torheit der Entscheidenden“, denn das sind wir alle.

Dass man den Torheiten auch Positives abgewinnen kann, sei  Erasmus von Rotterdam gedankt. 1509 schrieb er seine vielbeachtete Satire „Lob der Torheit“. Im Namen von Erasmus spricht die Torheit gleich selbst und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Sie, die Torheit, verkündet, dass alle guten Dinge im Leben von ihr ausgehen: Sie führt zu Lebensmut und Frischem, sie macht die Widerwärtigkeiten des Daseins erträglich, sie ist der Kitt jeder menschlichen Gemeinschaft.

70 Künstler haben das Thema Torheit in großer Breite aufgegriffen und ihre Gedanken in einem Kunstwerk materialisiert.

Ein paar Beispiele:
Da gibt es auf dem Laptop das trojanische Pferd auf der Wiese, das neudeutsch als Trojaner zu einem bösen Computerprogramm mutiert ist, der den Laptop zerstören soll. Ein gigantischer Blutstrom im kl. Steinbruch gemahnt an den Krieg als größte Torheit der Menschheit.
Da versucht der alte Schildbürger, eimerweise Licht in das fensterlose Rathaus zu tragen.

Ein Blick in den Spiegel.
Wer sich genau betrachtet, wird einen Tor entdecken, vielleicht einen Lachenden?
Für das schlechte Gewissen gibt es nur das harte Ruhekissen.
Der Mode- und Modelwahn manifestiert sich mit high heels auf langen Bohnenstangen.
Alles hören, alles sehen immer reden…übertrifft  Georges Orwells Buch „1984“ bei weitem.
Die Politik und unsere Umweltsünden fehlen natürlich nicht.
Können wir Afrika retten? Die roten Ampelmännchen warnen die Erwachsenen vergeblich vor falschen Vorbildern für die Kinder.
Es werden biblische Themen aufgegriffen wie der Turmbau zu Babel, Adam & Eva oder Jesus am Kreuz.

Auch törichte Märchen und Geschichten werden umgesetzt, wie Ikarus, Undine, des Kaisers neue Kleider.
Und: Marienkäfer bilden sich ein, Schmetterlinge zu sein.
Mehr möchte ich nicht verraten.

70 Künstlerinnen und Künstler, der Kunstleistungskurs des städtischen Gymnasiums, die MS–Gruppe Leverkusen und  (hoffentlich noch) Schüler des Halfeshofes Solingen haben mit ihren Kunstwerken den SinnesWald  in eine große Denkwerkstatt verwandelt. Können wir daraus etwas lernen?

Die Gedanken zu ihren Arbeiten finden sich auf den begleitenden Schildern.

Dieses Jahr gibt es eine Neuigkeit:

Der Vorstand des „Fördervereins SinnesWald“ schlägt vor,
dieses Jahr zum ersten Mal das beliebteste Kunstwerk dieser Ausstellung zu prämieren.Sie / Ihr, die Besucher, trefft die Auswahl !!!!Stimm-Zettel dazu befinden sich im Briefkasten am Eingang des SinnesWaldes.

Wir wünschen allen Besucherinnen und Besuchern eine beschauliche Reise durch die Welt der Torheiten.

Kunst zeigt die Welt, in der wir leben.

Nun möchten wir uns noch bedanken:
Mit dieser Ausstellung werden wir alle von den Künstlern wieder reich beschenkt. Viel Geist, Energie, Zeit und auch Material hat jeder aufgewandt, bis sein Werk hier präsent ist.

Es ist uns ein großes Anliegen, das hohe Maß an Idealismus von Euch Künstlern allen bewusst zu machen und zu würdigen.
Wir danken Euch herzlich - auch im Namen der Besucher.

Danken möchten wir auch:

der Leichlingen-Stiftung der Kreissparkasse Köln - im Namen der Künstler - für die finanzielle Unterstützung, die wir wieder an die Künstler ausschütten werden dem Kulturamt der Stadt Leichlingen für die gute Zusammenarbeit, liebe Erika Horsthemke, lieber Michael Völker danken möchten wir auch allen, die uns auf dem Weg zum heutigen Fest tatkräftig und ehrenamtlich unterstützt haben und all jenen, die durch ihren Beitritt zum Förderverein die Basis des SinnesWaldes stärken und danke wir für das Kommen heute !!!

10. Mai 2010