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sattlegger

Vita

Telefon 0228-642319 0160-095110215
E-mail smsattlegger@web.de
Website -
Adresse 52123 Bonn, Orchideenweg 8
   
geboren 28. Mai 1966, in Köln
  verheiratet
1976 – 1985 Freiherr-vom-Stein Gymnasium, Leverkusen
Seit 1997 Schmerzforschung, Grünenthal GmbH/Aachen
1986 – 1996 Studium der Chemie, Universität Bonn
1996/1997 Solare Chemie, DLR/Köln-Porz
   
Seit 2005 Holzsukulpturen
1985 - 2005 Collagen
Acrylmalerei
Lithographien
Radierungen
Fotographie (S/W)
   

Ausstellungen

Radierungen: 1985 Freiherr-vom-Stein Gymnasium, Leverkusen
Lithographien: 1991 Alberts Cafe, Bonn
1994 VHS Bonn/Künstlergruppe Semikolon
1995 Praxis Dr. Schmidt, Bonn
 Holzskulpturen: 2008 Offene Gartenpforte, Bonn
 

Weitere Schwerpunkte Gartendesign, Fossilien, Reisen


201Zukunft

 
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  • SattleggerM_dieZukunftwirddigital
Die Zukunft wird digital
 Die beiden Metallobjekte stellen die beiden Codes 0 und 1 der digitalen Welt dar. In ihrem Inneren haben sie die Buchseiten in sich aufgesogen, ihren Inhalt extrahiert und damit das Buch obsolet gemacht und dabei zerstört.
 Die Digitalisierung basiert auf dem binären Code von 0 und 1. Dieser Binärcode bildet auf Grund seiner Einfachheit die Grundlage für die Verarbeitung  jeder Form von Informationen. Deswegen bedient sich ein Computer dieses Codes. Der Ausdruck „Binärcode“ wird im Computer-Sprachgebrauch auch als Synonym für die Maschinensprache verwendet und praktisch jede Information kann in diesen Code zerlegt werden. Das gilt für Texte aber auch für Bilder oder Zeichnungen.  Die digitale Signalverarbeitung hat gegenüber der analogen Technik die Vorteile einer hohen Dichte an Informationen mit einer großen Flexibilität. Durch schnelle Prozessoren und nahezu unbegrenzte Datenspeicher können unendlich viele Parameter abgefragt, bearbeitet und abgespeichert werden. Die Speicherung erfolgt auf Datenträgern, die einen schnellen Zugriff auf den Inhalt erlauben. Die langfristige Aufbewahrung der Daten stellt aber noch ein ungelöstes Problem dar. Alle bekannten Datenbanken sind nur auf Jahre oder Jahrzehnte ausgelegt oder lesbar. 
Das Buch als bekannter und bewährter Datenspeicher der Menschheit gibt es seit mehr als 1500 Jahren. Sein Siegeszug erfolgte durch die Erfindung des Buchdrucks und kann damit als eine vergleichbar revolutionäre Entwicklung angesehen werden, wie sie die Digitalisierung heutzutage darstellt. Erstmals konnten um 1450 durch die industrielle Herstellung von Datenträgern aus Papier Informationen in großem Umfang gespeichert und verbreitet werden. Die Haltbarkeit von Büchern kann viele tausend Jahre betragen. Wahrscheinlich steht diese lange Phase vor seinem Ende durch den Einsatz von Computern und dem Internet als Speicher von Informationen. Bibliotheken auf der ganzen Welt entfernen Millionen von Büchern aus ihren Beständen und werfen sie in das Altpapier. Kostendruck und Kundenwünsche führen zu einer radikalen Veränderung im Gebrauch und der Verbreitung von Daten.

2016 Metamorphose

 
  • SattleggerM_DieMetamorphose
  • SattleggerM_Kohlenstoff_mKu
Die „Metamorphosen“ des Kohlenstoffes
Kohlenstoff ist eines der wichtigsten Elemente der Erde. Ein Mensch besteht zu ca. 28% aus Kohlenstoff, und ohne dieses Element wäre ein Leben auf der Erde kaum denkbar. Es kann elementar in verschiedenen Modifikationen erscheinen (Graphit, Diamant, Fullerene, Nano-Röhren) und geht eine unüberschaubare Anzahl an Verbindungen ein. Aus den Elementen Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Phosphor bildet sich die organische Natur. Immer wieder neu entsteht daraus Leben, welches sich verändert und wieder zerfällt. Selbst ein Diamant ist nicht für die Ewigkeit gemacht sondern kann verbrennen und sich wieder in „Luft“ (Kohlendioxid oder CO2) auflösen.
In welcher Form oder Verbindung der Kohlenstoff auftaucht, hängt davon ab, wo er entstanden ist und wo er gebraucht wird. Einem Chamäleon gleich wandelt dieses Element seine Farbe (von glasklar bis tiefschwarz) und Struktur (3 oder 4 Bindungen). Kohlenstoffverbindungen können zugleich gefährlich (als CO2 erstickt es tierisches Leben und führt in zu hoher Konzentration in der Atmosphäre zum Treibhauseffekt) oder als Protein oder DNA-Molekül notwendiger Bestandteil von Lebewesens sein. Jede Form kann sich unter den entsprechenden Bedingungen in die Andere umwandeln. Recycling ist in der Natur eine Selbstverständlichkeit!
Noch immer fragt man sich, ob die DNA-Erbsubstanz auf der Erde entstanden ist, oder auf kosmischen Wege zu uns gelangt ist. Noch haben wir darauf keine eindeutige Antwort. Aber eins ist sicher: In der Zukunft werden der Kohlenstoff und seine einzigartigen Verbindungen den Weg von der Erde ins All antreten, weiter als das bisher mit der Mondlandung schon der Fall war.
Die Skulptur stellt in einer Röhre die natürlichen Umwandlungsprozesse von Kohlen-stoff in einer chronologischen Abfolge dar: Oben angefangen vom leichten CO2 als Gas, über Pflanzenteile, hin zu Ölen und Kohlen bis zum Diamanten. Eine „Zeit- und Druckleiste“ an der Skulptur gibt eine Orientierung zur Entstehungsgeschichte.

2014 Europa

 
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  • SattleggerM_100JahreBeginndes1.WeltkriegesmitKunestler_2014
 

 

100 Jahre Beginn des 1. Weltkrieges

Ein Stahlhelm enthält stilisierte Mohnblumen, die als Symbol des Gedenkens gelten. Briten und Amerikaner legen sie auf den Gräbern oder Gedenkstätten der ehemaligen Schlachtfelder ab. Der Stahlhelm soll nie wieder als solcher eingesetzt werden.

Hintergrund:

2014 jährt sich der Beginn des 1. Weltkrieges zum hundersten Mal.

Als erster industrieller Krieg der Geschichte stellt dieses Ereignis eine Katastrophe biblischen Ausmaßes dar. Die Völker Europas und der ganzen Welt prallten in einer Form aufeinander, die so bisher nicht für möglich gehalten wurde. Franzosen und Deutsche standen sich als Todfeinde gegenüber, ohne sich je gegenseitig kennengelernt zu haben. Die politischen Führer putschten ihre Bürger so gegeneinander auf, als ob es sich jeweils um Ungeheuer handeln würde.

Die traumatischen Erfahrungen spielen noch Generationen später eine Rolle in der Gefühlswelt der Menschen. Auch wenn die Beteiligten schon lange gestorben sind, hält sich in vielen Köpfen  Angst und Vorurteile. Selbst die Sprache bildet das ab: 08/15 bedeutet heute "Standard". Im 1. Weltkrieg hieß so das Standard Maschinengewehr, Model 08 von 1915. Die "German Angst" gibt es bis heute im englischen Sprachgebrauch.

Es hat lange gedauert, bis sich die Völker wieder auf einander zu bewegten. Die Engländer erinnern sich noch heute regelmäßig an den "Great War". Am Menin Gate in Ypern/Flandern wird bis heute jeden Abend der "Last Post" gespielt. Wir Deutschen haben den Krieg verdrängt. Als vermeintliche Verlierer haben wir nichts getan, um die Erfahrungen aufzuarbeiten. Wir sollten das nachholen.

2013 Nachhaltigkeit

 
  Nachhaltigkeit als Lebensprinzip am Beispiel von Holz und Wasser
Der Begriff „Nachhaltigkeit“ kommt aus dem Bereich der Holzwirtschaft und deswegen konzentriert sich meine Skulptur auf das Element Holz. Das Medium Wasser gehört natürlich untrennbar mit dazu und bildet in der Natur und in diesem Werk eine Symbiose, die ein sensibles Gleichgewicht darstellt. Eine (künstliche) Quelle auf dem Plateau eines Baumstammes symbolisiert zusammen mit den dort wachsenden Pflanzen eine neue Welt, die auf den „Wurzeln“ einer abgestorbenen Welt, dem Holzstamm, fußt. Die Energie für den dargestellten Kreislauf wird (auch) durch eine Solarzelle aus Sonnenlicht gewonnen.
Wir leben alle auf unserem eigenen kleinen Planeten und haben trotzdem Verantwortung für die großen Prozesse. Die nachhaltige und verantwortungsvolle Nutzung natürlicher Ressourcen darf nicht nur Organisationen überlassen werden, sondern liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen. Die Elemente Holz und Wasser stehen als knapper werdende Rohstoffe immer mehr im Fokus einer wachsenden Bevölkerung und bedürfen unserem besonderen Schutz. Die Regeneration natürlicher Bestände sollte Vorrang vor einer einmaligen Ausbeutung haben.

2012 Idealismus

 
  • SattleggerM_wennausI2012
Wenn aus Idealismus Realität wird
Die Entwicklung idealistischer Ansätze bei Staatengründungen an den Beispielen USA und Kuba
Die beiden Staaten USA und Kuba gelten als Erzfeinde. Dennoch sind beide auf der Grundlage idealistischer Ziele gegründet worden. In einer Unabhängigkeitserklärung (USA) auf der einen Seite und einem Manifest zur Revolution (Kuba) auf der anderen Seite wurde festgelegt, dass die Menschen der jeweiligen Staaten in Freiheit und Sicherheit leben sollen. Jeder Mensch soll gleich sein und über seine Zukunft entscheiden können. Der Staat soll ihn dabei unterstützen.
Was ist aus diesen Idealen geworden? Warum sind in der Theorie so gleiche Ziele zu so unterschiedlichen Realitäten geworden?
Beide Regierungen betrachten sich als die legitimen Vertreter der Fortentwicklung dieser Ideale. Andererseits sprechen sie dem jeweils anderen Staat jede Berechtigung zu dieser Behauptung ab. Ihre Grenze ist das Meer und sie wird erbittert verteidigt. Gegenseitige Androhung und auch Vollzug von Gewalt haben zu einer strikten Trennung geführt. Grenzpfähle existieren hier natürlich nicht, so wie sie früher an der innerdeutschen Grenze standen und den Todesstreifen ankündigten. Trotzdem symbolisieren wenige Dinge wie ein Grenzpfahl die Beziehung dieser beiden Staaten so deutlich und anschaulich. Hier dient er als Litfaßsäule mit aktuellen Photographien, die die Entwicklung der idealistischen Ansätze beider Staaten in einigen typischen Eindrücken aufzeigen soll. Die beiden Flaggen stehen sich jeweils gegenüber. Beide Systeme – so unter-schiedlich sie auch ihre Ideale verfolgt haben – müssen sich bei genauer Betrachtung vorwerfen lassen, dass einige ihrer ursprünglichen Vorstellungen über Bord gegangen sind:
Sind in den USA wirklich alle Menschen gleich? Haben sie den gleichen Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung? Sind die USA ein sicheres Land? Können Kriege überhaupt gerecht sein? Wie ehrlich ist die Regierung mit den Menschen? Wer entscheidet über Folter als probates Mittel eines Verhöres?
Ist in Kuba jeder frei, seinen Aufenthaltsort zu wählen? Darf er sich frei äußern? Warum gibt es zwei Währungen? Warum müssen sich Kubaner deswegen in ihrem eigenen Land als Menschen zweiter Klasse fühlen? Warum herrscht Castro als ein Diktator ohne Kontrolle?
Es ist nicht die Absicht des Künstlers, den jeweiligen Verlust von Idealen zu vergleichen oder gar zu gewichten. Jeder Mensch setzt andere Prioritäten oder hat andere Ideale. Es bleibt aber die Frage, ob und wann man sich über Andere stellen darf, wenn man die eigenen Ideale teilweise verloren hat. Sollte nicht jeder Staat  - und auch jeder Mensch - die Verfolgung seiner eigenen Ideale regelmäßig einer ehrlichen Prüfung unterziehen?

 2011 Gerechtigkeit

 
  • MichaelSattleger_ZugleichenTeilen_01
  • MichaelSattleger_ZugleichenTeilen_02

Das Kunstwerk soll mit seinen (fast) gleichen Holzstücken eine gerechte Aufteilung von Dingen aller Art in einer Gemeinschaft stehen. Die Scheiben symbolisieren Brotscheiben. Sie wurden früher in Häusern unter der Decke an Stangen gelagert, um es vor Na­gern zu schützen.

Die Schiffsbesatzungen des Piraten Klaus Störtebecker nannten sich „Likedeeler“. Der Grund dafür war, dass sie die Beute gerecht, also zu gleichen Teilen, aufteilten. Die Herkunft des Wortes „Likedeeler“ kann aus dem Altdeutschen „like“ abgeleitet werden, was auch heute noch im Englischen „gleich“ bedeutet. Der „deeler“ ist ein „Teiler“.

Klaus Störtebecker ist im 14. Jahrhundert wahrscheinlich im Ostsseeraum geboren worden und war ab dem Jahr 1395 Kapitän eines Freibeuterschiffes. Er führte Plünderfahrten in Ost und- Nordsee durch, wobei er insbesondere dänische Schiffe und Hanseschiffe ausraubte. 1401 wurde er vor Helgoland von einer Flotte der Hanse gestellt und anschließend in Ham­burg geköpft. 

Der Name „Störtebecker“ resultierte wahrscheinlich aus seiner Trinkfestigkeit und bildete sich aus dem plattdeutschen „Stürz den Becher“. So soll er der Sage nach einen 4-Liter-Humpen Wein oder Bier ohne abzusetzen in einem Zug leer getrunken haben!

Obwohl Klaus Störtebecker als Plünderer und Säufer nicht unbedingt als Vorbild gelten kann, hatte er, zumindest was seine Besatzung anging, einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn: Es war für ihn selbstverständlich, dass alle Beteiligten zu gleichen Teilen vom Raubzug profitierten. Dieses Verständnis von Gerechtigkeit ist in unserer modernen Gesellschaft häufig nicht mehr vorhanden: Die Raffgier einzelner Menschen bringt ganze Berufsgruppen in Misskredit. Führende Köpfe von Konzernen scheinen jedes Maß für eine gerechte Entlohnung verloren zu haben und genehmigen sich immer größere Gehälter und Boni, während sie Ihre Mitarbeiter mit Nullrunden abspeisen oder gar ganze Firmen in den Ruin treiben. Ist das gerecht?

Das Kunstwerk soll mit seinen (fast) gleichen Holzstücken eine gerechte Aufteilung symboli­sieren. Brot wurde früher in Häusern unter der Decke an Stangen gelagert, um es vor Na­gern zu schützen – daher die Birkenholzscheiben, welche an einem Eisenrohr hängen.