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Rede zur Eröffnung der Ausstellung METAMORPHOSE am 1. Mai 2016

Liebe Kunstfreunde !
Wir heißen ALLE recht herzlich willkommen!

Ein großes Dankeschön für den Metamorphosentanz der Kinder der kath. Grundschule Leichlingen mit der fröhlichen Musik von Safri Duo

Metamorphose heißt 2016 das Jahresthema im SinnesWald.
Ein schwieriges Wort - es kommt aus dem Griechischen und heißt  Umwandlung, Verwandlung, Veränderung ...

Dazu ein Rätsel:
Was lebt im Wasser,
hat einen Schwanz -
und wird später ein Frosch?  --   Ein Prinz!


Bei dem Begriff METAMORPHOSE denkt man meist  
an die Raupe, aus der sich ein Schmetterling  entwickelt -
oder an die Kaulquappe, die sich in einen Frosch verwandelt -
oder in einen Prinzen ....

Dem geheimnisvollen Gesetz der Transformation gehorchen noch viele weitere Arten von Insekten, Amphibien, wirbellose Meeresbewohner, Schalentiere, Fische etc. Bei manchen Tierarten dauert die Metamorphose wenige Tage, bei anderen mehrere Wochen. Dies ist der Bereich der Zoologie.
Metamorphosen gibt es auch in anderen Disziplinen:
Eine Metamorphose in der Botanik ist die evolutionäre Anpassung einer Pflanze an ihre jeweiligen Umweltbedingungen, um ihr Überleben zu gewährleisten.  
Die morphologischen Veränderungen führten im Laufe der Evolution zu der heutigen Formvielfalt der Pflanzenwelt, die alle Lebensräume der Erde besiedelt.

In der Geologie bezeichnet die Metamorphose die Umwandlung und Umgestaltung eines Gesteins in ein anderes - als Folge einer Veränderung von Druck und Temperatur, denen das Gestein ausgesetzt ist.

In der Glaziologie steht der Begriff für die Umwandlung von Schnee in Gletschereis - in Folge des Druckes immer höherer Schneemassen.  

In der Mythologie bezeichnet die Metamorphose:
die Verwandlung einer Gottheit, also eines mythischen Wesens oder eines Menschen -seltener von Tieren- in andere Wesen oder Dinge.   
Diese Verwandlung kann vorübergehend oder dauerhaft sein.  
Fast alle Kulturen kennen mythologische Metamorphosen.
Besonders berühmt ist das literarische Werk von Ovid „Metamorphosen“,
das er zu Beginn unserer Zeitrechnung schuf. Darin beschreibt er die Entstehung und Geschichte der Welt in den Begriffen der römischen und der griechischen Mythologie. Dabei wurden etwa 250 Sagen verarbeitet.


Die Künstler haben den Begriff Metamorphose z.T. weiter ausgelegt:
Sie rechnen dazu:
Zeugung, Geburt, Leben und Tod von Mensch und Tier,
der stete Wandel der Natur mit seinen Auswirkungen.
Aber auch die bewusste Umgestaltung von Materie zu Gebrauchsgegenständen.
Hierzu einige Beispiele:
Günter Blank stellt die Evolution der Menschheit als Triade Mutter, Vater, Kind dar - eine Hommage an die Familie mit ihren vielen Beziehungssystemen.

Marie Fenske +Jo Hillebrecht dokumentieren die Entstehung von Felsmalereien und ihr allmähliches Vergehen, während sie der Natur, Wind und Wetter im Jahresverlauf, ausgesetzt sind.

Klaus Fuisting erinnert an Goethes botanische Studien über die Urpflanze in seinem Werk: Metamorphose der Pflanzen (1790).
Er stellte sich darunter eine Pflanze vor, „die den Typus einer Blütenpflanze schlechthin verkörpert und aus der man sich alle Pflanzengestalten hervorgegangen denken kann“.

Bei Winfried Gille ist der Friedensengel abgestürzt und zum Todesengel mutiert, bezugnehmend auf die vielen Kriege, die allenthalben herrschen.

Hartmut Hegener macht in seiner Steinskulptur aus einer Buche viele Bücher.

Theo Hüntemanns Daphne flüchtet vor Apolls zudringlicher Liebe und wird von ihrem Vater in einen Lorbeerbaum verwandelt.

Ulla Klomp veranschaulicht  die unaufhörliche, vielgesichtige Metamorphose in der Natur am Beispiel der Alterung von Bäumen und von Menschen.

Für Anne Rose ist der menschliche Körper für den Fortschritt  zunehmend überflüssig, ja geradezu lästig. Ihr Entwicklungsvorschlag ist eine Metamorphose des Menschen: nur Kopf mit großer Gehirnmasse.

Michael Sattlegger zeigt eindrucksvoll die Metamorphosen des Kohlenstoffs auf, vom leichten Gas CO2 über Pflanzenreste zu Torf, Kohle, Gas und Öl bis hin zum Diamanten.

Wolfgang Sendermann ruft den Mythos wach von Zeus, der als Dank für die gewährte Gastfreundschaft Philemon und Baucis einen Wunsch erfüllt und sie in eine Linde und ihn in eine Eiche verwandelt, damit sie noch lange zusammen weiter leben können.

Cornelia Weinert trumpft gross auf: Sie macht aus einer Mücke einen Elefanten, den Mükofant.

Ich höre jetzt auf, ich möchte nicht vorgreifen ...

Nun möchten wir uns noch bedanken  :
-    Bei den Künstlerinnen und Künstlern, die mitgemacht haben
-    Bei der Leichlingen-Stiftung der KsK Köln für die finanzielle Unterstützung der ausstellenden Künstler.
-    Bei allen, die uns auf dem Weg begleitet und tatkräftig  unterstützt haben.
-    Bei all jenen, die durch ihre Mitgliedschaft im Förderverein die Basis des SinnesWaldes stärken.

Der „Förderverein SinnesWald“ wird auch in diesem Jahr
wieder das beliebteste Kunstwerk dieser Ausstellung prämieren.

Sie / Ihr, die Besucher, trefft die Auswahl !!!!
Stimm-Zettel dazu befinden sich im Briefkasten am Haupt-Eingang des SinnesWaldes  und im Info-Kasten am Wehr.